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Newsletter #11
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Guten Tag zusammen. Ein neuer Newsletter zum Monatsende. Fotografie bestimmt den Alltag. Zumindest ist es bei mir so. Es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht mit Fotografie beschäftige. Einiges davon findet den Weg in diesen Newsletter, meist sind es Gedanken, die ich mit mir herumtrage. Über Arbeiten, die ich gesehen habe oder Bücher, die ich aufgeschlagen habe. Oder ich denke über Festivals nach. Ganz vage, ohne Ziel. So wie im folgenden Text. Irgendwo zwischen eigener Erfahrung, Vorstellung und Beobachtung. Ziellos.
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Was gibt es sonst Neues? In eigener Sache? Ich habe in einem früheren Newsletter schon einmal auf die Schwierigkeit der Monetarisierung hingewiesen. Jetzt tue ich es wieder. Wem das alles (Newsletter, Podcasts, Instagram etc.) gefällt, der kann dieMotive nun mit einem kleinen Beitrag unterstützen. Und zwar hier bei Steady. Die ersten 10 Unterstützer*innen bekommen als Dankeschön ein Kartenquiz gratis. Zum Selberspielen oder Verschenken. Ein wirklich schönes kleines Weihnachtsgeschenk. Kann man auch auf einer Reise zu einem Festival spielen. So wurde es auch "erfunden".
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Biennale Triennale Quadriennale
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In Deutschland findet sich mittlerweile in jeder Himmelsrichtung ein Fotofestival oder eine regelmäßige Veranstaltung, die einem Festival ähnelt. Es dürften etwa 15 Festivals sein. Zumindest solche, die ich als Festival bezeichnen würde oder die meinen Anforderungen (welche kaum zu benennen sind) an ein Fotografiefestival standhalten. In Konzept, Dauer und Turnus unterscheiden sie sich zumeist deutlich. Die mögliche Kritik an zu vielen Fotofestivals oder gar am Format Fotofestival an sich habe ich bis heute nicht nachvollziehen können.
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Der Grund, warum ich mich hier den Fotografiefestivals widme, ist ganz einfach: Ich liebe sie. Sehr. Von ganzem Herzen. Diese Liebe ist dabei noch verhältnismäßig jung. Während des Studiums waren Festivals kaum ein Thema. Das Lumix Festival in Hannover tauchte immer mal am Horizont auf, aber da „Bildjournalismus“ draufstand, war in meiner damaligen Engstirnigkeit kein Platz für Fotojournalismus. Erst während des Masterstudiums tauchte die Internationale Photoszene Köln an meinem Horizont auf – aber auch nur, weil wir als Studierende während des Festivals (2012) eine Ausstellung im Alten Pfandhaus zusammen mit Dirk Gebhardt und Markus Schaden organisiert haben. Vom restlichen Festival und der damals noch stattfindenden Photokina bekamen wir nichts mit. Ausstellen, Party, tschüss.
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Mein erster bewusster Festivalbesuch war dann das Fotobuchfestival in Kassel. RIP. Ein kleiner Erweckungsmoment. So kann sich das also anfühlen, wenn alle aus einem Grund an einem Ort sind und irgendwie überall etwas zu sehen ist. Etwa zur gleichen Zeit begann eine damalige Kommilitonin ihr Auslandssemester in Arles und erzählte von dem Festival dort. Ich hatte tatsächlich vorher nie davon gehört und begegnete ihrer Vorfreude eher mit Achselzucken. Wie? Arles? Da in der Camargue? Wen interessiert’s? Viel zu warm.
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Hahaha, wie blauäugig. Ca. 3 Jahre später (2015) fuhr ich zum ersten Mal selbst dorthin. Halleluja. Was soll ich sagen: Festivals und ich – der Bund der Ehe (Ohne Splitting) lag in der Luft. Von da an versuchte ich, immer etwas zu besuchen. Selbst während des Urlaubs am Atlantik fuhr ich extra nach Dax zum dortigen Fotofestival, um mir anzuschauen, was dort so „rumhing“. Auch erinnere ich mich noch immer daran, wie drei meiner besten Freunde und Kommilitonen einmal zu den Darmstädter Tagen der Fotografie fuhren und ich wegen einer Jobverpflichtung nicht mit konnte. Mir ging es wirklich schlecht deswegen. Aber das war schon 2020.
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2016 habe ich dann sogar selbst in Darmstadt ausgestellt, und Darmstadt war dann auch die erste Adresse, an der ich zum ersten Mal eine Kooperation mit einem Festival einging. Mittlerweile habe ich einen ziemlich ausgeprägten Drang entwickelt, Festivals zu besuchen, mit ihnen zu kooperieren oder mir über Festivals Gedanken zu machen. Das Argument für Fotofestivals ist so einfach wie nachvollziehbar: Nirgends hat man sonst die Möglichkeit, in so kurzer Zeit so viele Ausstellungen, Talks, Workshops und Screenings zu besuchen. Wenn man ganz hart drauf ist, schafft man bei den meisten mittelgroßen deutschen Festivals einen Großteil der Ausstellungen an 1–2 Tagen. Was sich immer so anfühlt, wie der Besuch einer Gruppenausstellung in der man nach dieser einen Arbeit sucht, die man nicht mehr vergisst. Denn so ist es auch bei Festivals: Man kann einfach nach genau der Ausstellung oder dem Talk suchen, der einen dann einen Tag, eine Woche oder auch länger begleitet. Eben weil irgendetwas ausgelöst wurde.
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Ich kann jetzt auch sicher sagen, dass zu dem Drang, möglichst viel zu sehen, noch ein weiterer Drang hinzugekommen ist: Möglichst viele zu treffen und mich auszutauschen.
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Community Building ist für Fotofestivals nicht unwichtig. Insbesondere die jeweilige lokale Szene erhält im besten Fall eine gute Möglichkeit, sich weiter zu vernetzen und nach außen sichtbarer zu werden.
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Immer wieder versuche ich, mir eigene Kriterien zu erarbeiten und scheitere daran. Zu unterschiedlich sind die Festivals in Konzept, Turnus, Fokus und Umfang. Ein sehr altes Festival (wahrscheinlich das älteste) wie die Internationale Photoszene Köln ist ein größtenteils partizipatives Festival, ohne dass sich für das gesamte Festival ein Oberthema über die Stadt legt. Dies geschieht dort in kleinen thematischen Fokussierungen und Einzelausstellungen. Das sah in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg anders aus. Mit wechselnden Kuratorinnen und Teams wurde dort für jede Ausgabe ein neues Thema festgelegt. Eine Off-Szene fand dafür jedoch kaum noch statt. Umso erfreulicher, dass genau diese Off-Szene nun den Wegfall der Biennale als Chance sieht, wieder etwas auf die Beine zu stellen. Finde ich gut, richtig gut. Kleiner und familiärer soll ja manchmal auch zum Fokussieren beitragen.
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Kleinere Festivals wie beispielsweise die Wiesbadener Fototage verfahren ähnlich. Nur dass dort meist 1–2 Personen dauerhaft hauptverantwortlich für die thematischen Inhalte sind und auch bleiben. f/stop Leipzig hat beispielsweise eine Festivalleitung sowie ein kuratorisches Team, die Triennale für Fotografie RAY stellt eher das Kurator:innenteam in den Vordergrund, welches sich (meines Wissens) nicht zu jeder Ausgabe ändert. Ausgerechnet die beiden letztgenannten Festivals habe ich noch nicht besucht. Irgendwie fand sich entweder keine Zeit oder irgendetwas anderes war im Weg. Jetzt muss ich tatsächlich zwei Jahre auf f/stop und sogar drei Jahre auf RAY warten. Ärgerlich. Mich ärgert das wirklich. Was ich alles verpasst habe. Das meine ich komplett ironiefrei. Gut, dass der EMOP BERLIN – EUROPEAN MONTH OF PHOTOGRAPHY jedes Jahr stattfindet. Das ist wiederum so groß, dass man leicht etwas verpassen kann, selbst wenn man in Berlin wohnt.
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In meiner Wahlheimat Hamburg gibt es die Triennale der Photographie. Sie funktioniert übrigens ähnlich wie die Biennale in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg mit wechselnden Kurator*innen für das Festival, die dann mit den teilnehmenden Häusern versuchen, ein Gesamtprogramm zu erarbeiten. Leider ist es ausgerechnet die Triennale in Hamburg, die in den letzten Jahren gar nicht als Triennale stattfand. Nach 2018 kam erst 2022 und nun wird es wohl 2026. Warum, das weiß wirklich niemand (also ich jedenfalls nicht), aber hoffentlich schafft es der neue künstlerische Leiter Mark Sealy, etwas Leben in die kaum vorhandene Hamburger Fotografieszene zu hauchen. Das wünsche ich mir zu Weihnachten.
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Bei all den tollen Festivals in Deutschland frage ich mich tatsächlich, wieso ausgerechnet eine Stadt wie Hamburg es nicht mehr hinbekommt, ein ordentliches Festival an den Start zu bringen. Düsseldorf hat es trotz Bruch und Streitigkeiten auch geschafft. Aber vielleicht ist in NRW ja auch bald Fotofestivalflaute, die öffentlichen Gelder fließen ja nun alle in ein latentes Institut. Oder nicht?
Hier mal eine absolut unvollständige Liste der Festivals in Deutschland in keiner Reihenfolge:
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Ausstellungen und Events bis zum 23.12.24
Die folgenden Empfehlungen und Nennungen speisen sich aus dem dieMotive-Veranstaltungskalender. Was eingetragen ist, kann auch genannt werden. Hier und auf Instagram. Ab sofort ist der Eintrag auch mit Bildupload kostenlos.
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HEUTE
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PHOTOGRAPHY.talks – Paula Markert
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Ort: Goetheplatz 3a, 30169, Hannover,
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EINE REISE DURCH DEUTSCHLAND. DIE MORDSERIE DER NSU: In den Veranstaltungsreihe ‚Photography.Talks‘ stellt Paula Markert ihr Langzeitprojekt „Eine Reise durch Deutschland. Die Mordserie des NSU“ vor, für das sie zwischen 2014 und 2018 auf den Spuren der rechten Terrorgruppe NSU durch Deutschland reiste. Außerdem gibt sie einen Einblick in ihre Motivation und ihre konzeptionelle Arbeitsweise und zeigt anhand ausgewählter Langzeitprojekte das Grundinteresse ihrer fotografischen Arbeiten auf, politische Entwicklungen der deutschen Gesellschaft zu hinterfragen. PAULA MARKERT (*1982), lebt und arbeitet in Hamburg. Sie studierte Fotografie an der HAW Hamburg und der Universität von Barcelona, Spanien. Ihre fotografischen Langzeitprojekte beschäftigen sich mit gesellschaftlichen, oft politischen Fragestellungen. Zuletzt erschien in 2019 „Eine Reise durch Deutschland. Die Mordseriedes NSU“ bei Hartmann Books. Paula Markerts Arbeiten sind vertreten in der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang Essen und der Fotografischen Sammlung des Münchner Stadtmuseums. Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und national und international ausgestellt. PHOTOGRAPHY.talks: Von September bis Dezember 2024 finden im Projektraum Goethe Exil fünf Fotografie-Wochenenden mit Künstler-Talks, Portfoliosichtungen und Fotografie-Workshops statt: Die Ateliergemeinschaft des Goethe Exils hat fünf international renommierte Fotografen und Fotografinnen eingeladen, Arbeiten vorzustellen, die sich durch besondere künstlerische Qualität und neue fotografische Narrative auszeichnen: Arwed Messmer, Mafalda Rakoš, Stefanie Moshammer, Maria Sturm, Paula Markert. Mit großer Sensibilität betrachten sie in ihren Arbeiten gesellschaftlich relevante Themen unserer Zeit, geben Einblicke in ihre Arbeitsweise, beantworten Fragen und möchten zum Nachdenken anregen.
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PUBLIC SCREEN: TREES IN UKRAINE Katja Stuke
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Wo: LED-Screen am Johannes-Rau-Haus
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Ort: Kavalleriestraße 12, 40213, Düsseldorf Wann: 02.12.24 - 26.01.25
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Foto: Katja Stuke
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Seit Juli 2024 bespielt Neue Fotografie für zwölf Monate die LED-Wand am Johannes-Rau-Haus in Düsseldorf mit wechselnden künstlerischen Beiträgen. Thyra Schmidt und Hannes Norberg starten mit eigens für den Screen konzipierten Arbeiten und laden daraufhin weitere Künstlerinnen und Künstler ein, ebenfalls konzeptuell mit dieser Bildfläche im öffentlichen Raum umzugehen.
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Seit dem allerersten Tag des Ukraine-Krieges macht Katja Stuke fast täglich ein Foto von einem Baum an einem Ort, der direkt vom Krieg betroffen ist. Jeden einzelnen Baum versteht sie dabei als Zeugen des Geschehens. Sie selbst war nie persönlich vor Ort. Für ihre Fotografien nutzt sie Online-Angebote wie z.B. Google Street View. Dabei versucht sie zum einen, besondere individuelle Bäume zu finden, und zum anderen, Fotografien herzustellen, die – auch wenn sie am Rechner quasi aus der Ferne entstanden sind – den Regeln der Landschafts- oder Dokumentarfotografie folgen.
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SOFIA (София)
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Ort: Wilhelmstr. 3, 33602, Bielefeld
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Nachdem die großen Hoffnungen der EU-Osterweiterung sich nur teils erfüllten und zunehmend verblassten, verbreitete sich auch in Bulgarien ein wachsender Widerwille gegen den von der EU eingeforderten Liberalismus. Das antiwestliche Ethos, das in vielen postkommunistischen Ländern heutzutage vorherrscht, ist nach Ivan Krastew auch eine Reaktion auf die moralische Hegemonie des Westens, die 2015 ihren Höhepunkt fand. Im politischen und gesellschaftlichen Diskurs versah das Vorbild EU seine Nachahmer und Neumitglieder mit abwertenden Etiketten, was zu weiterer Entfremdung führte. Die Orientierung nach Westen nimmt zu Gunsten einer Hinwendung nach Russland zunehmend ab. Warum ist das so?
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Die Bulgaren sehen sich zwischen Conchita Wurst und Wladimir Putin eingeklemmt, wie die FAZ kürzlich ironisch formulierte. Vor diesem Hintergrund reisten wir, 14 Fotografiestudierende der Hochschule Bielefeld, im Mai 2024 nach Sofia, der Hauptstadt Bulgariens. Ausgangspunkt der einzelnen Arbeiten war indes nicht die politische Großwetterlage. Vielmehr leitete uns ein unverstelltes Interesse und zugewandte Neugier auf die Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Geschichte und Geschichten, ihre sozialen Strukturen, religiösen Gemeinschaften und urbanen Gegebenheiten. Wir durchstreiften Straßen und Plätze, begegneten Menschen, stets auf der Suche nach dem authentischen Bild einer Stadt und einer Kultur, die uns ebenso fremd wie gleichermaßen vertraut erschien.
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Drei, Zwei, Eins
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Wo: Schloss Charlottenburg, Im Neuen Flügel
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Ort: Spandauer Damm 10-22, 14059, Berlin
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Das Fotoprojekt „Drei, Zwei, Eins“ umfasst mehr als 150 Portraits, die während der Special Olympics World Games Berlin 2023 entstanden sind. Es zeigt Athlet:innen mit Trisomie 21 aus der ganzen Welt, die für das größte inklusive Sportevent für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung in die deutsche Hauptstadt gekommen sind, um ihr Bestes zu geben. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Fotograf:innen Tamara Eckhardt und Jörg Brüggemann, beide Mitglieder der Berliner Agentur Ostkreuz, und Special Olympics Deutschland, der größten Sportorganisation Deutschlands für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung, verbindet die Welten von Kunst, Kultur und Sport. Die Fotoausstellung öffnet damit den Raum für neue Synergien und eine umfangreiche Rezeption über den eigenen gesellschaftlichen Bereich hinaus und lebt damit aktiv Inklusion.
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Hannah Wolf – Arbeit am Produkt
Eröffnung 06.12.24 um 19 Uhr Wo: Kunstverein Ruhr Ort: Kopstadtplatz 12, 45127, Essen
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Hannah Wolfs perfekt fotografierte und intelligent komponierte Videoarbeiten und -Installationen vermitteln auf vielschichtige Weise immer wieder hochaktuelle und brisante gesellschaftspolitische Themen. In ihrer auf den Raum des Kunstverein Ruhr abgestimmten Doppelprojektion „Arbeit am Produkt“ zeigt sie einerseits antike Ruinen und andererseits zeitgenössische Trümmer der Verwahrlosung im türkischen Urlaubsort Side (nahe Antalya). Insbesondere die exklusive Themenpark-Ästhetik der All-Inclusive-Urlaubsressorts erweist sich im Vergleich mit den noch immer beeindruckenden Resten der Antike als oberflächliche Kulisse und potenzielle Ruinenlandschaft voller absurder kulturhistorischer Zitate. „Diese Gegenwart hat ihre Zukunft schon hinter sich“ lautet einer der eingeblendeten Kommentare im Video, der es treffend auf den Punkt bringt: Geschichte ereignet sich nicht erst als Tragödie und dann als Farce, sondern zunächst als Idee und am Ende als Produkt. Was hier im Warburgschen Sinne auf anschauliche Weise erfahrbar wird.
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ERÖFFNUNG „ANNELISE – RAUM FÜR BÜCHER UND BILDER“
Eröffnung 07.12.24 um 14 Uhr Ort: Gneisenaustraße 30, 44147, Dortmund
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DORTMUND KREATIV eröffnet neuen Ort im Zeichen der Fotografie.
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ANNELISE – RAUM FÜR BÜCHER UND BILDER widmet sich schwerpunktmäßig dem Fotobuch in unterschiedlichsten Formaten. Neben einem Speicher für künstlerisch und dokumentarische Fotobücher ist der Raum Diskursfläche für fotobuchrelevante Themen: Vom Design bis zur Produktion, vom inhaltlichen Fokus hin zur fotografischen Praxis.
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In kurzen Präsentationen geben Daniel Chatard, Thekla Ehling, Saskia Darija Gettel, Martin Lamberty, Nikita Teryoshin sowie Oliver Sieber und Katja Stuke Einblicke in ihre Projekte und Arbeitsweisen.
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Der Verlag Kettler schlägt mit einem Pop-Up-Office auf und es gibt Raum und Zeit zum Blättern ausgewählter Buchprojekte.
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ANNELISE – RAUM FÜR BÜCHER UND BILDER ist eine Initiative von DORTMUND KREATIV und das Ergebnis einer kuratorischen Kollaboration mit dem DOCKS Collective, vertreten durch Maximilian Mann, Fabian Ritter und Arne Piepke sowie der Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Dr. Sarah Hübscher und der Designerin Judith Rüther.
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Ein Projekt im Rahmen von KOMMEN BLEIBEN GEHEN – Kreative Projekte an temporären Orten.
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»Der Tiefsinn der Korallen«, Vortrag von Prof. Dr. Horst Bredekamp
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Wo: Alfred Ehrhardt Stiftung
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Ort: Auguststr. 75, 10117, Berlin
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In den Simulationen der Evolutionsgeschichte werden in der Regel Diagramme mit Baumcharakter verwendet, also aufstrebende Stämme, von denen Zweige und immer feinere Verästelungen ausgehen. In seinem Buch »Darwins Korallen« (2005) hat Horst Bredekamp zu zeigen versucht, dass Charles Darwin erst im letzten Moment der schriftlichen Fixierung seines Evolutionsmodells von alternativen Visualisierungskonzepten abließ, die weitaus angemes-sener erschienen, sein Prinzip der Evolution zu verdeutlichen. Hierzu gehörte vor allem die Koralle als Modell einer eher horizontalen und weniger hierarchischen Verästelung. Um das Revolutionäre seiner Sicht zu verdeutlichen und den Bruch andererseits nicht zu groß erscheinen zu lassen, hat Darwin jedoch das überkommene Baummodell, das für die Wissens- und Kunstgeschichte längst eingeführt war, übernommen.
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Im ersten Teil des Vortrages wird Horst Bredekamp die Ergebnisse seines Buches zusammenfassen und über jüngere Gedanken zu diesem Komplex berichten, um im zweiten Teil die Bedeutung von Organismen anzuführen, die, ähnlich wie die Koralle, eigene Impulse für das Verständnis der Natur gegeben haben, und hierzu gehören Quallen und Pilze.
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Eintritt frei. Wir bitten um Voranmeldung unter: info@aestiftung.de
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Verena Brüning – Windsbraut
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Ort: Schulstraße 3, 18374, Zingst
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3167 Seemeilen, 47 Frauen, 24 Tage: Die erste Atlantiküberquerung einer Seefrauencrew auf einem Traditionssegler.
Weitere Infos hier.
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within reach
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Ort: Brückstraße 64, 44135, Dortmund
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In der Ausstellung „within reach“ präsentieren Studierende der FH Dortmund dokumentarische Foto- und Videoprojekte. Ein Großteil der Arbeiten entstand während einer Exkursion nach Georgien im Mai 2024. Ergänzt wird die Ausstellung durch weitere Projekte aus Deutschland.
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Mit Arbeiten von: Alica Wetzold, Anne Jahn, Bastian Gies, Celia Joy Homann, Cem Hendrik Hamparoglu, Christophe Theisen, David Nils Müller, Davyd Mirzoyan, Dean Fischer, Dominik Gasser, Fynn D’Ortona, Ioanna Langowski, Jorid Disteldorf, Lara Habor, Lea Müller, Lena Liedmann, Lydia Köse, Mandy Schachulsk, Mats Flottmann, Mattis Potthoff, Moritz Mandlburger, Oxana Guryanova, Pawel Garycki, Pit Schwammberger, Raphael Heinisch, Tobias Sitko
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Portfolio
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Giovanni de Mojana – Segni
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Seit dem 21.11. läuft im Jupiter in Hamburg ein Popup-Fotofestival, organisiert von Laif. Eine ganze Etage des ehemaligen Kaufhauses wird hier mit Fotografie bespielt. Über 20 Fotograf:innen zeigen bis zum 30.11. (siehe hier) Arbeiten zu den Themen Klimawandel, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Chancengleichheit. Es gibt Screenings, Talks, PhotoSlams, den Wettbewerb Jugend fotografiert Deutschland, Workshops für Schulklassen und eine PhotoRally.
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Leider haben die Räumlichkeiten im 2. Obergeschoss des ehemaligen Karstadt Sport am Hauptbahnhof so ihre Tücken. Die Fläche ist viel zu groß und unübersichtlich. Um einen guten Rahmen für Fotoausstellungen zu bieten, müssten einige Wände eingezogen und so manche Tür oder Rolltreppe verdeckt werden. Bei jeder Fotoausstellung dort habe ich das Gefühl, dass die Bilder unter der fehlenden Konzentration dieser riesigen, halb improvisierten Fläche leiden.
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Wenn sich mir dann dennoch Bilder einprägen, obwohl sie an Bauzäunen auf Planen hängen (die aus einer Ausstellung im öffentlichen Raum übernommen wurden), bleibe ich doch kurz stehen. Giovanni de Mojanas Arbeit Segni war in diesem Chaos irgendwie beruhigend. Sofort dachte ich: Der kann fotografieren. Irgendwas ist da. Dabei habe ich weder ein besonderes Faible für Schwarz-Weiß-Aufnahmen noch für Landschaftsfotografie – und dann auch noch auf Bauzäunen präsentiert! Trotzdem blieb diese Arbeit in meinem Kopf.
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Ich glaube, es war das Bild mit den Nonnen, das mich sofort innehalten ließ. Mein Blick wanderte weiter in die Landschaft, die Berge und die Darstellung der Machtverhältnisse zwischen einem Pferd und einem Hund. In Segni verhandelt Giovanni de Mojana das Verhältnis von Natur, Landschaft und Mensch in einer ruhigen, zurückgelehnten fotografischen Sprache. Die Bilder sind schön, aber nicht zu dekorativ – sie wirken. Der Anschnitt am Fuß der Nonnen hat mich fast verrückt gemacht. Super! Man kann fühlen worum es geht. Und doch erschließt sich nicht alles. Oft ein Merkmal für ein feines fotografische Gespür.
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Hoffentlich findet diese Arbeit irgendwann den Weg in eine Ausstellung, die den angemessenen Rahmen für diese Bilder bietet. Die Beschreibung zu der Arbeit schließt Giovanni de Mojana mit einer Anlehnung an ein Wikingersprichwort ab, das ich hier gerne übernehmen möchte.
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„An old Viking saying goes that we can only possess what we can protect. We own the land only when we are able to protect it, and if we surrender to the land, she will protect us from ruin and destruction. This shared belonging is the only way forward.“
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Fotobuch
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Stehen Liegen Hängen – Dörte Eißfeldt
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Es gibt diese Fotobücher, die einen irgendwo zwischen Respekt und Begeisterung zurücklassen. Dörte Eißfeldts Stehen, Liegen, Hängen ist so eines. Und um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin ein etwas befangen. Zu Beginn habe ich nämlich ein wenig mit Dörte an diesem Buch gearbeitet. Genauer gesagt, ich habe versucht, technische Unterstützung in der Vorbereitung zu leisten, und immer wieder darauf insistiert, dass diese Arbeit zu groß ist, um sie nicht in einem Verlag unterzubringen. Zum Glück ist genau das passiert.
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Irgendwann war klar, dass hier noch kompetentere Hände und Köpfe als meine herangezogen werden mussten, um dieser Arbeit den Rahmen zu geben, den sie verdient. Dörte Eißfeldt war nicht nur lange Professorin an der HFK Braunschweig, sondern hat sich mit ihrer Kunst auch eine ganz eigene, nahezu autonome Position geschaffen. Der beweis dafür ist dieses Buch. Nichts dergleichen ist zumindest mir bisher untergekommen.
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Als mir bewusst wurde, was hier vor mir lag, war ich fast erleichtert, als sich abzeichnete, dass der Distanz Verlag und auch Steffen Siegel das Projekt weiter betreuen würden. Aber worum handelt es sich bei diesem Projekt eigentlich? Dörtes Arbeiten – Stehen, Liegen und Hängen – in ihrem Atelier. Sie treten in Beziehungen zueinander, sie verhalten sich zueinander genauso wie zum Licht, das durch das Fenster scheint. Sie sind Teil der Übereinkunft, dass Bilder und Material immer an etwas gebunden sind: an den Raum und den neuen Kontext, in dem sie sich physisch befinden.
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Somit ist dieses Buch eine neue Arbeit, die aus dem Arbeiten mit Fotografie eine weitere Arbeit formt. Ein Buch über das Atelier und seine Nutzung – so poetisch wie persönlich. Als ich das fertige Buch zum ersten Mal in den Händen hielt und aufschlug, habe ich tatsächlich vor lauter Emotionen ein paar Tränen vergossen. Und das ist keine Metapher: Sie liefen mir mitten im Ausstellungsraum des Frise Künstlerhauses die Wangen herunter – aus Erleichterung und Glück, dass Dörtes Werk eine so wunderbare Form gefunden hat.
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Ich bin stolz, auch wenn ich kein Anrecht darauf habe. Du bist die Beste, Dörte. Respekt und Begeisterung.
Das Buch kann hier bei Distanz erworben werden.
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Eigene Sachen
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Die aktuelle Podcastepisode mit XXX findet ihr noch nicht bei Spotify und Apple oder YouTube. Leider musste die Episode um zwei Wochen verschoben werden.
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Du hast bis hierher gescrollt. Schön. Ich erinnere noch einmal an die Möglichkeit, dieMotive über STEADY zu unterstützen. Die ersten 10 Unterstützer*innen bekommen ein Kartenquiz gratis. Oder wahlweise eine Umarmung. Das Kartenquiz ist auch wirklich ein schönes Weihnachtsgeschenk. Es macht Spaß und man kann dabei auch noch etwas lernen.
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Das Sparset enthält das Kartenquiz FOTOGRAFINNENRATEN und das Kartenquiz FOTOGRAFENRATEN*.
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21,00 €
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Dies war der elfte Newsletter. Der nächste Newsletter erscheint. Bald. Vor Weihnachten.
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Wer in irgendeiner Form mit mir/dieMotive kooperieren möchte, soll sich gerne melden. Ich kooperiere gerne. Und sonst was Maude sagt: Menschen sind meine eigene Spezies, die mag ich.
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