|
|
Bulletin #17
|
|
|
|
|
|
Herzlich willkommen und buongiorno zum dieMotive Bulletin.
|
Machen wir es kurz. Also, diesen Newsletter. Vielleicht ist das hier manchmal alles zu viel Text. Ich versuche, das zu reduzieren. Ehrlich. Schaffe ich aber sicher nicht. Zumindest wurden nicht so viele Ausstellungen eingetragen. Der Teil fällt somit kürzer aus. Dafür ist die Arbeit, die ich vorstelle, umso schöner. Das Fotobuch auch. Der längere Text hier unten scheiterte fast daran, dass ich mich nicht auf ein Thema festlegen wollte. Ich überlege, wie ich schreiben soll. Etwas mehr Gossip vielleicht. Es gibt so wunderbar viel Fotogossip. Oder eine Glosse? Wahrscheinlich wird es nun eher kolumnenähnlich. Wir werden sehen – und lesen.
|
|
Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit Bulletin #17!
|
|
|
|
Viel zu viele Möglichkeiten
|
Wenn zu viel passiert, fällt die Themenwahl schwer. Es gibt viele Ideen – aber keine wird ausformuliert.
|
Erster Ansatz war, etwas über die seltsame Aktion „Hamburg Werbefrei“ zu schreiben. In den letzten Monaten wurde – unter anderem mit Plakaten – zum Unterschreiben eines Volksbegehrens aufgerufen, das sich dafür einsetzt, Werbemonitore und Leuchtflächen aus dem öffentlichen Raum zu verbannen. Papierplakate sollten erlaubt bleiben. Die nötigen Unterschriften kamen jedoch nicht zusammen. Ein interessantes Thema, viele offene Fragen. Aber: Who cares?
|
Dann dachte ich an The Stringer – die Doku, deren Pointe ist, dass Nick Ut womöglich doch nicht das berühmte Vietnamfoto gemacht hat. Könnte ein gutes Thema sein. Aber: Who cares?
|
Dann aber: die neue Auswertung des Female Photoclub, gemeinsam mit Freelens und dem DJV. Da könnte man doch was zu schreiben. Viele interessieren sich dafür – aber ich bin mir in Bezug auf die statistische Relevanz dieser Zählung ziemlich unsicher. Also vielleicht besser nicht.
|
Sebastião Salgado ist leider verstorben. Aber das hat ohnehin jede*r mitbekommen, und einen Nachruf möchte ich nicht schreiben.
|
|
Am 3. Mai war ich bei OFF//Foto in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen, um am Nachmittag ein kleines Fotoquiz zu machen. Das ist keinen Text wert.
|
Dass ich samstags um 12 Uhr zur Hauptausstellung im Festivalzentrum wollte, aber vor verschlossenen Türen stand – vielleicht schon. Öffnungszeiten von 14–19 Uhr? Hmmmm.
|
Zwei Wochen später dann die Internationale Photoszene Köln. Schön war’s. Gute Menschen machen gute Dinge. Und es gab schöne Arbeiten zu sehen. Verbunden mit der Hoffnung, dass Köln das temporäre Haus der Fotografie (Photo Pavillon) vielleicht in ein permanentes Haus der Fotografie verwandelt. Das wäre doch was. Vielleicht?
|
Eine Woche später war ich dann – fürs fotoMagazin und auch für Epson – beim Umweltfotofestival Horizonte Zingst. Ebenfalls überraschend gut. Ich habe Deanna Dikeman getroffen. Darüber könnte ich schreiben. Aber was? Ich habe immerhin ein Foto mit ihr und ihrem Sohn. Vielleicht reicht das schon.
|
|
Wer Themenwünsche hat, darf diese gerne äußern.
|
|
|
|
|
Ausstellungen und Events bis zum 30.06.25
Die folgenden Empfehlungen und Nennungen speisen sich aus dem dieMotive-Veranstaltungskalender. Was eingetragen ist, kann auch genannt werden. Hier und auf Instagram. Ab sofort ist der Eintrag auch mit Bildupload kostenlos.
|
|
|
|
|
|
„Common Ground“ – Ausstellung des FEMALE PHOTOCLUB MÜNCHEN
|
Ort: Tumblingerstraße 45, 80337, München
|
|
|
|
Warum gibt es weiterhin so viele Klischees über das Alter und die Sexualität von Frauen? Wieso sind die Wechseljahre so wenig erforscht? Welchen Herausforderungen begegnen Menschen mit Migrationsgeschichte oder körperlicher Behinderung nach wie vor in unserer Gesellschaft? Und wieso steht die Thuja-Pflanze symbolisch für den deutschen Hang zur Monokultur?
|
|
In der Ausstellung „Common Ground“, die vom 5. bis 27. Juni 2025 auf dem Gelände des Bahnwärter Thiel zu sehen ist, werfen 20 Fotografinnen des Female Photoclub München kontroverse gesellschaftliche Fragen auf. Sie alle haben sich in Einzelbildern oder Serien auf unterschiedlichste Art mit dem Ausstellungsthema auseinandergesetzt und es auf ihre Weise interpretiert – mal aufwühlend, mal berührend, mal provokant. Ihre Fotografien werden in großformatigen Prints und Plakaten im öffentlichen Raum auf dem Gelände des Kulturzentrums ausgestellt.
|
|
Der „Common Ground“ steht in der Ausstellung symbolisch für den gemeinsamen Boden, den wir uns trotz aller Herausforderungen und Unterschiede teilen. Ein gemeinsames Fundament, auf dem neue Ideen und Denkansätze entstehen können und Unterschiedlichkeiten nicht trennen, sondern bereichern und inspirieren können.
|
|
Die Ausstellung wird von Birthe Steinbeck, der Art Direktorin des Magazins der Süddeutschen Zeitung, kuratiert. Sie wird die Ausstellung bei der Vernissage am 5. Juni zusammen mit Female Photoclub Vorständin Juliane Hermann und den Teilnehmer*innen eröffnen.
|
|
Möglich gemacht wurde die Ausstellung durch eine Förderung des Kulturreferats und des Bezirksausschusses Isarvorstadt, München.
|
|
Mit verschiedenen Veranstaltungen rund um die Ausstellung und Kooperationen soll der kulturelle und soziale Austausch gefördert werden.
|
|
TEILNEHMENDE FOTOGRAF*INNEN
|
Anna Pentzlin, Anne Kaiser, Evelin Buhmann, Jana Islinger, Jasmin Breidenbach, Katharina Sellin, Kim Oppermann, Lily Alssen, Linda Gschwentner, Luise Aedtner, Marlene Mauer, Mona Shatry, Natalie Stanczak, Natalie Strohmaier, Sandra Eckhardt, Sarah Domandl (Saripicture), Sonja Herpich, Sophia Lasson, Stefanie Giesder, Thess Riva.
|
|
|
|
Durch Fotografie keine Einsichten
|
Wo: Außenmauer der JVA Chemnitz
|
|
Ort: Thalheimersrtr. 29, 09125, Chemnitz
|
|
|
Ist es möglich, Einsichten in das alltägliche Leben und Arbeiten inhaftierter Frauen jenseits von aufgeregter Empörung, Sensationslust und Voyeurismus zu geben? Welche Bilder entstehen, wenn Menschen aus unterschiedlichen Lebensrealitäten gemeinsam arbeiten? Studierende der Fotografie an der Bauhaus-Universität Weimar und inhaftierte Frauen der JVA Chemnitz lassen sich gemeinsam auf diese Fragen ein. Mit Mitteln der Fotografie wird das unbekannte Innen, das alltägliche Leben im Vollzug nach außen sichtbar. Die entstandenen Fotografien zeigen Momente, Fragmente und Nuancen des Gefängnisalltags. Es geht darum, das Gewöhnliche in Bilder zu überführen und Perspektiven auf die Innenwelt der JVA Chemnitz zu thematisieren. Großformatige Fotografien auf der Außenseite der Mauer der JVA und eine gleichzeitige Ausstellung innerhalb der JVA sind das sichtbare Ergebnis der Zusammenarbeit.
|
|
Die Ausstellung läuft bis 30.09.2025
|
|
|
|
The Art of Renewal
|
Ort: Lindenstraße 35, 10969, Berlin
|
|
|
|
Persons Projects freut sich, die Sommerausstellung The Art of Renewal anzukündigen, die Arbeiten der drei Künstler:innen der Helsinki School – Nanna Hänninen, Ilkka Halso und Sandra Kantanen – vereint. Ihre konzeptuelle Herangehensweise an fotografiebasierte Arbeiten beschäftigt sich seit über zwei Jahrzehnten intensiv mit ökologischen Fragestellungen. Durch ihre einzigartigen Interventionen versuchen die Künstler:innen, der Natur symbolisch das zurückzugeben, was durch den Klimawandel, menschliche Vernachlässigung und das Vordringen urbaner Räume verloren gegangen ist. Durch die Veränderung realer Landschaftsbilder lenken sie die Aufmerksamkeit auf drängende Umweltprobleme und verwischen dabei die Grenze zwischen der Realität und Imagination. Ihre Arbeiten nutzen paradoxe Situationen, um die Realität der Umweltzerstörung zu verdeutlichen – karge Landschaften, die mit Farbe durchtränkt sind, Natur, die künstlich in schützenden Strukturen erhalten wird, und ungezähmte städtische Wiesen, die in surreale Landschaften verwandelt werden.
|
|
|
|
Ausstellung im Café Neudorf, Duisburg
|
Ort: Koloniestraße 101, 47057, Duisburg
|
|
|
Vom 14. Juni bis 20. Juli 2025 findet im Café Neudorf, Koloniestraße 101, 47057 Duisburg, eine gemeinsame Fotoausstellung von Christian Thiele und Christine Klöppner statt. Gezeigt werden vielfältige Fotografien der beiden Künstler aus Duisburg.
|
|
Sonntag, 15. Juni 2025 & Sonntag, 20. Juli 2025
|
Live-Fotoaktion jeweils von 14:00 – 16:00 Uhr Christian Thiele fotografiert Portraits vor Ort Kosten: 5 € für einen Download oder 10 € für einen A4-Abzug
|
|
Frühstücksbuffet zum Ausstellungsabschluss:
|
Sonntag, 20. Juli 2025, von 09:00 – 13:00 Uhr 14,50 € pro Person inkl. Kaffee, Wasser & Saft
|
|
Besucherangebot während der Ausstellung:
|
Ein Stück Torte und ein Heißgetränk nach Wahl für 6,50 €
|
Montag – Freitag: 09:00 – 16:30 Uhr Sonntag: 12:00 – 16:30 Uhr Samstag: geschlossen
|
|
Weitere Informationen und Einblicke in die Arbeiten der Fotografen gibt es unter:
|
|
|
|
|
|
Jessica Backhaus | Plein Soleil
|
Läuft noch bis 27.07. TIPP.
|
|
Ort: Linienstrasse 107, 10115, Berlin
|
|
|
© Jessica Backhaus
|
Farbe und Form, Licht und Schatten – in den abstrakten Kompositionen ihrer Serie „Plein Soleil“ reduziert Jessica Backhaus ihre Bilder auf die vier Grundelemente der Fotografie. Wie schon im vorangegangenen Projekt „Cut Outs“ arrangiert die Künstlerin farbiges Papier unterschiedlicher Struktur und Grammatur in intensivem, sommerlichem Sonnenlicht. Einzelne Blätter werden gefaltet oder gewölbt, es entstehen harte Schatten und kräftige Farbfelder, die mit der Kamera zu poetischen Arrangements gefügt werden. Backhaus untersucht hier die fotografischen Möglichkeiten der Abstraktion und verwischt dabei die Grenzen zwischen dokumentarischer Fotografie und intuitiver, lyrischer Farbgestaltung.
|
|
Jessica Backhaus (*1970, Cuxhaven, Deutschland) gilt als eine der wichtigsten Stimmen in der zeitgenössischen Fotografie. Ihre Arbeiten wurden international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u. a. in der National Portrait Gallery, London, dem Martin Gropius Bau, Berlin, der Kunsthalle, Erfurt, dem Haus am Kleistpark, Berlin, dem Centre de la Photographie Genève und dem Centre de la Photographie in Mougins. Die Publikation „Cut Outs“ (2021) wurde sowohl für den Arles Book Award als auch für den Aperture/Paris Photo Book Award nominiert. Das Buch zur neuen Serie „Plein Soleil“ ist im Frühjahr 2024 im Kehrer Verlag, Heidelberg, erschienen. Jessica Backhaus lebt und arbeitet in Berlin.
|
|
|
|
|
|
PORTFOLIO
|
|
|
Marc Verbeek
|
|
© Marc Verbeek
|
|
Da sitzt man – nichtsahnend, aber in großer Vorfreude – als Reviewer während eines Portfolioreviews an einem großen Tisch und wartet auf die nächste Person mit Bildern im Gepäck. Eine der ersten Fragen ist meist: Wer bist du und was machst du so? Weshalb bist du hier etc.
|
Wenn dann die Antwort folgt: „Ich bin Marc und arbeite in einer Bank in Belgien“, zuckt man kurz und denkt: „Was kommt nun?“ Und was kam? Die sehr ordentliche Mappe wurde geöffnet, und viele Bilder (hier ein kleiner Teil davon) ausgebreitet. Sehr fein und säuberlich, mit der richtigen Menge Weißraum darum, auf offenem, matten Fotopapier gedruckt. Hä?
|
|
Meine Gedanken fliegen. Was ist denn hier los? Weniger der Inhalt als die Form machte mich kurzzeitig sprachlos. Den Inhalt konnte Marc auch nicht so richtig erklären. Und die Bilder? Die macht er meist am Wochenende. Immer eins.
|
|
|
© Marc Verbeek
|
Die Konsistenz, mit der Marc Bilder produziert, beeindruckte mich. Formal präzise, mit dem, was man umgangssprachlich „Handschrift“ nennen könnte – und was sonst erst nach vielen Jahren Studium oder Ähnlichem zum Vorschein kommt. Dabei hat Marc weder ein Kunststudium (dachte ich) absolviert, noch schien er sonderlich viel über Referenzen wissen zu wollen. Ein Glück – er macht einfach. Zwischendurch fragte ich ihn sogar, ob er mich vielleicht ein wenig veräppelt und gar keinen Dayjob in einer Bank hat, sondern eigentlich als Vollzeitkünstler mit Studium an einer Kunstakademie arbeitet. Er verneinte dies. Ebenso wie die Nachfrage, ob ich wissen dürfe, wie er diese Bilder „baut“. Perfekt. Zumindest versicherte er mir, dass es sich nicht um Erzeugnisse künstlicher Intelligenz handelt.
|
|
Dass ich nun herausgefunden habe (vielleicht habe ich es auch einfach überhört), dass er doch an der Kunstakademie in Mechelen einen fünfjährigen Fotografiekurs absolviert hat, ändert zwar die Vorzeichen – nicht jedoch seine Arbeiten.
|
|
9-to-5 in einer Bank bleibt eben 9-to-5 in einer Bank.
|
|
Seine Arbeiten waren, wie etwas mehr Recherche zutage fördert, sogar in diesem Jahr beim EMOP in der Gruppenausstellung Parallel Realities in der Kommunalen Galerie zu sehen. Aha. Erwischt. Doch ein Künstler. ;-)
|
|
|
© Marc Verbeek
|
|
© Marc Verbeek
|
Natürlich fehlt es nun an einer Reduktion auf das, worum es eventuell geht – denn das gibt es garantiert. Auch wenn Marc sich dessen bis jetzt noch nicht bewusst zu sein scheint. Gefällt mir sehr. Ich wollte ihm eigentlich eines der Bilder aus seiner Mappe abkaufen – einfach, weil ich es schön fand –, habe aber aus mir selbst auferlegter Zurückhaltung darauf verzichtet.
Marc Verbeeks Arbeiten kann man hier auf Instagram anschauen und auf seiner Webseite.
|
|
|
|
|
|
FOTOBUCH
|
|
|
Rie Yamada – Familie werden
|
|
|
Was kann man Schöneres über ein Fotobuch sagen, als dass es einen entweder sehr berührt oder ganz einfach zum Schmunzeln bringt. Letzteres ist in erster Instanz das, was Rie Yamadas Arbeit Familie Werden in mir auslöst. Dass die meisten Menschen im Falle einer Katastrophe besonders Fotografien und Familienalben schützen – oder wie im Fall der Naturkatastrophe 2011 in Fukushima – meistens gerne ihre Fotoalben zurückhätten, ist längst kein Geheimnis mehr. Zu wichtig erscheinen die konservierten Momente als Ablage einer Erinnerung. Greifbar als fotografischer Abzug und nur als persönliche Verbindung zu Vergangenem und Vergessenem.
|
|
|
Der Wunsch vieler Betroffener in Fukushima, die Familienbilder zurückhaben zu wollen, war für das Projekt Familie Werden auch einer der Auslöser, um sich der Idee der familiären Vergangenheit in Bildern zu nähern. Dabei spielt für Rie Yamada weniger die eigene Vergangenheit eine Rolle, als vielmehr die Vergangenheit der anderen.
|
|
Das mir vorliegende Buch ist nicht das originale Fotobuch – dieses ist längst vergriffen, da es nur 30 Exemplare gab. Es handelt sich hierbei um eine Katalogversion, die durch sehr viele Behind-the-Scenes-Fotografien während der Produktion angereichert ist. Ein schönes kleines Softcover, das zumindest die wunderbare Idee der Arbeit überträgt. Wie dieses Buch in meinen Besitz gelangt ist, dazu wird es eine kleine Hintergrundstory im kommenden Um vier Ecken Podcast geben.
|
|
|
|
|
Rie Yamada hat auf Flohmärkten und in Onlinebörsen nach Familienalben und losen Bildersammlungen gesucht und sich genau zehn davon zugelegt: fünf aus Deutschland (wo sie lebt), fünf aus Japan (wo sie geboren wurde). Im Buch wie im Katalog finden sich auch Bilder der versandten Boxen und Umschläge – ein guter Kniff, um darauf hinzuweisen, dass der Begriff Familie auch einfach in einen Karton passt.
|
Das Material wird von ihr jedoch nicht einfach reproduziert, sondern – nach Familien getrennt – sortiert und ergänzt. Mit viel Aufwand in Recherche und Produktion stellt sie Teile der Alben nach und integriert sich damit in die jeweiligen Familien. Dabei nutzt sie Masken, Make-up und unzählige Requisiten, um der Selbstinszenierung vor der Kamera ein eigenes Äquivalent hinzuzufügen.
|
Betrachtet man die gesammelten Bilder, fällt schnell auf, dass Yamada nur Bilder nutzt, in denen die Inszenierung eine große Rolle spielt oder in denen die abgebildeten Personen sich der Kamera äußerst bewusst sind. Das zu ergänzen muss einen Heidenspaß gemacht haben – wenngleich nicht immer alles zum Schmunzeln anregt. Die Kunzes haben anscheinend echt viel gefeiert und geraucht. Ob das nun so ein großer Spaß war, sich in diese Familie zu integrieren, bezweifle ich.
|
Überhaupt: Möchte man eigentlich Teil anderer Familien sein als der eigenen? Antwort unklar. Mit einer Maske und der richtigen Kleidung kann man jedoch wenigstens für einen kurzen Moment mal reingucken, in diese Formen des Zusammenlebens. Mir reicht es schon, Rie Yamada dabei zuzuschauen, wie ihre eigene Interpretation von Familie zu einem Konstrukt wird, das vielleicht auch als Test für die Zukunft gesehen werden kann. Familie Werden – ein Infinitiv, substantiviert.
Diese Katalogversion ist hier zu erstehen. Das Originalbuch kann man sich teilweise hier anschauen.
|
|
|
|
Eigene Sachen
|
|
|
|
Auf das neue Podcastformat mit Miriam Zlobinski und mir weise ich natürlich gerne noch einmal hin. Vorgestern erschien die fünfte Episode, diesmal zum Themenkomplex Zensur. Hier. Jeden zweiten Donnerstag.
|
Ja, und der dieMotive Podcast? Was ist denn damit? Gute Frage. Der ist gerade irgendwie pausiert. Das liegt einerseits an einigen anderen Projekten, andererseits ist es auch einfach dem Umstand geschuldet, dass man nach fünf Jahren Interviews/Podcast auch mal Zeit zum „Geldverdienen” benötigt. Denn der Podcast ist fast immer sehr aufwändig in der Vor- und Nachbereitung. Dazu gehört auch, dass ich eigentlich immer versucht habe, die Gesprächspartner:innen persönlich zu treffen. Also Bahnfahren. Was Geld kostet. Wenn im Nachgang dann auch noch immer öfter Änderungs- und Schnittwünsche auftauchen, die die Veröffentlichung entweder verzögern oder gar verhindern, sinkt irgendwann die Motivation. Hinzu kommt, dass die letzten beiden Anfragen für ein Gespräch unbeantwortet blieben. Dafür ist mir meine Energie und Zeit leider zu schade. Sollte sich in Zukunft eine Form von Unterstützung oder Sponsoring finden, werde ich das wieder wie gewohnt weitermachen. Auch die Möglichkeit, das irgendwie über Steady mitzufinanzieren funktioniert nicht. Netto sind das aktuell 32€/Monat durch 13 Unterstützer*innen, denen ich mehr als nur dankbar bin für diese Form der Anerkennung. Da ist es deutlich angenehmer und spannender, mich alle zwei Wochen ausschließlich mit Miriam zu unterhalten. Auch wenn meine Wunschliste für Gesprächspartner:innen noch ziemlich lang ist. Kommt Zeit, kommt Talk.
|
|
|
|
|
|
|
Du hast bis hierher gescrollt. Schön. Ich erinnere noch einmal an die Möglichkeit, dieMotive über STEADY zu unterstützen. Hilft. Immer.
|
|
|
Dies war der siebzehnte Bulletin. Der nächste erscheint. Bald. Im Juni.
|
|
Nun bleibt mir nur noch, mich ganz herzlich für die Aufmerksamkeit, die Zeit, die Rückmeldungen und die Begegnungen zu bedanken.
|
Wer in irgendeiner Form mit mir/dieMotive kooperieren möchte, soll sich gerne melden. Ich kooperiere gerne. Und sonst was Maude sagt: Menschen sind meine eigene Spezies, die mag ich.
|
|
|
|
|
|
|