Vernissage

Alicja Rogalska & Laura Bielau

Alicja Rogalska & Laura Bielau

 

 

Alicja Rogalska
For What It’s Worth

Laura Bielau
ARBEIT, TEST, FOTOGRAMME, ICH

Zwei Einzelausstellungen untersuchen Wertschöpfungsdynamiken und die gesellschaftspolitische Kraft von Bildern im Umgang mit postindustriellen Lebenswirklichkeiten. Kuratiert von Miriam Edmunds und Maxie Fischer.

Alicja Rogalska arbeitet mit kollaborativen und partizipatorischen Situationen, Prozessen und Aktionen. Einzelpersonen und Gruppen werden von ihr eingeladen, temporär Kollektive zu bilden, die in einer geteilten Lebenssituation, in gemeinsamen politischen Überzeugungen oder gesellschaftlichen Engagements gründen. Ihre Videoarbeiten betonen Momente von Handlungsfähigkeit, Solidarität und Rebellion und öffnen so einen Raum für die Vorstellung einer gesellschaftlichen Zukunft jenseits von Ausbeutung und Vereinzelung.

For What It’s Worth umfasst sieben Videoarbeiten aus den Jahren 2011 bis 2023. Diese geben einen konzentrierten Einblick in Rogalskas künstlerische Praxis und zeigen unterschiedliche Kontexte von Arbeit und Arbeitslosigkeit, die gleichermaßen die Lebensrealität sowie das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft strukturieren. In den letzten Jahren hat sich Rogalskas Fokus von dezidiert kritischen Beobachtungen verlagert hin zu spekulativen Sichtweisen, um mögliche Alternativen zu aktuellen Dilemmata aufzuzeigen. Gemeinschaftliche Zukunftsvorstellungen und Utopien verdichten sich zu systematischen Vorgehensweisen, um festgefahrene Denkweisen gesellschaftlicher Probleme zu überwinden.

Laura Bielau
ARBEIT, TEST, FOTOGRAMME, ICH

Die Arbeiten von Laura Bielau entstehen als eine Auseinandersetzung mit den Konventionen und Erwartungen an das fotografische Bild. Zentral ist in diesem Zusammenhang das Labor als ein Ort des Experiments, der Kontrolle und der Produktion. Während sie zunächst die Handlungszusammenhänge im lichtdichten Raum der Dunkelkammer in den Blick nimmt, weitet sich ihr Themenspektrum ausgehend vom Fotolabor zu wissenschaftlichen Laboren. In ihren als Serien konzipierten Arbeiten umkreist sie ihre Sujets wie eine Forscherin über mehrere Jahre hinweg. Sukzessive und in immer neuen Anordnungen und Kontexten untersucht sie die Konstruktion, Aussage- und Verweiskraft von Bildern. Ihre Fotografie ist ein Geflecht aus Referenzen, Metaphern und Verweigerungen und dabei stets eine Erinnerung, dass unter jedem Bild immer schon ein anderes liegt.

ARBEIT, TEST, FOTOGRAMME, ICH verweist bereits im Titel auf die gezeigten Werkkomplexe. Daran anschließend ließe sich Bielaus Ansatz auch als eine Ästhetik des „Abzugs“ beschreiben. Nicht nur, dass sie die materielle Manifestation ihrer Bilder als Silbergelatineprints, Sticker oder Arbeitsabzüge explizit thematisiert, auch ihre Fotografie ist eine unaufhörliche Reduktion des Motivs. Was braucht ein Bild um als solches zu funktionieren? Und was lässt sich subtrahieren, um es auf die Grundfeste seines Seins zu komprimieren?

Die Ausstellungen finden im Rahmen von Residence NRW⁺ statt, ein Stipendienprogramm für Künstler:innen und Kurator:innen. Residence NRW⁺ist ein Programm der Kunsthalle Münster, eine Einrichtung der Stadt Münster.

Eine Kooperation zwischen der Kunsthalle Recklinghausen und Residence NRW⁺. Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Die Ausstellung läuft vom 03.03.-07.04.2024

Foto: Laura Bielau