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SUMMARY:Compartment
DESCRIPTION:Jan van Hal\, Ludwig Kuffer\, Tobias Becker\nCompartment\n20.02. – 10.04. 2026 \nMit Compartment versammelt G10 Projektraum drei künstlerische Positionen\, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit aktuellen Sehgewohnheiten und der Komposition von Raum und Zeit auseinandersetzen. Jan van Hal\, Ludwig Kuffer und Tobias Becker verbindet eine intensive formale Analyse\, in der Material und Perspektive nicht nur als gestalterische Mittel\, sondern als eigenständige Dimensionen verhandelt werden.\nIn seinen Malereien untersucht Jan van Hal Aspekte von Funktion\, Form und Konstruktion. Er entwirft geometrische Strukturen\, die an architektonische Zeichnungen erinnern: Seine Linien folgen einem präzise definierten Fluchtpunkt und erzeugen so perspektivische Tiefe. Einige Arbeiten erhalten eine reale Dreidimensionalität: Sie hängen nicht nur flach an der Wand\, sondern treten als klappbare Bildtafeln oder kastenartige Wandobjekte in den Raum hervor. Dabei wirken die gemalten Strukturen mit ihrer dumpfen Farbigkeit wie leere Aktenschränke oder Regalwände. In ihrer funktionalen Ordnung erinnern sie zugleich an historische Archive und digitale Apparate der Datensicherung und Dokumentation.\nLudwig Kuffer präsentiert in G10 vielschichtige Wandobjekte\, die aus einer intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte bildanalytischer und konzeptueller Fotografie hervorgehen. Seine ausgestellten Arbeiten fasst er in eigens angefertigte Bilderrahmen ein\, die an Schubladen von Planschränken erinnern. Bereits diese Rahmung verweist auf Systeme der Aufbewahrung\, Klassifikation und wissenschaftlicher Ordnung. Innerhalb dieser Gehäuse zeigt Kuffer eigene Fotografien\, teils aber auch Collagen\, die sich aus Archivmaterialien\, Druckerzeugnissen und Glas zusammensetzen. Die bewusst gewählte kühle\, sachliche Ästhetik schafft eine vermeintlich wissenschaftliche Distanz und macht den Kontrast zwischen apparativ erzeugtem Bild und menschlich-sinnlicher Wahrnehmung sichtbar. \nIn R15 zeigt Tobias Becker seine Videoarbeit The Discovery of Velocity\, in der er unterschiedliche\, teils historische fotografische Verfahren mit algorithmischer postfotografischer Praxis verknüpft und zu einer Videocollage zusammen fügt. In der Arbeit wird mittels Archivmaterial\, Daguerreotypien\, Dias und KI-generierten Bildern das Leben des Polarforschers John Franklin (1786–1847) rekonstruiert. In textlichen Überlieferungen erscheint Franklin als eine Person\, die ihre Umwelt stark verlangsamt und hochgradig differenziert wahrnahm. Diese kontemplative Lebensform kontrastiert mit der medialen Beschleunigung der Gegenwart. Vor diesem Hintergrund fragt die Videoarbeit danach\, wie Medien und technologischer Fortschritt unser Verständnis von Realität prägen und verschieben – und ob zunehmende Verdichtung von Bildern in kollektive Wahrnehmungsblindheit umschlagen kann.
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