Ausstellung

Nanna Hänninen’s “Vanishing Views”

Nanna Hänninen’s “Vanishing Views”

Exhibition: 03 February – 15 March 2024

Mit der Soloausstellung “Vanishing Views” präsentiert Persons Projects ausgewählte Werke der Künstlerin Nanna Hänninen, die nicht nur gegenwärtige Umweltveränderungen problematisiert, sondern auch Bilder einer uns nahenden Zukunft zeichnt. Ihre minimalistischen Arbeiten stellen unsere Wahrnehmung der globalen Erwärmung auf konzeptuelle Weise in Frage. In der Kombination aus verschiedenen, scheinbar voneinander losgelösten Objekten und Orten, die Hänninen in ihren Fotografien zusammenführt, fand die Künstlerin einen eigenen Weg, um visuell auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes einzugehen.
Anstelle von dramatischen Aufnahmen schmelzender Eisberge oder endlosen Wüsten tritt bei Hänninen eine gewisse Subtilität in den Vordergrund, die dennoch einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Nanna Hänninen spielt seit den späten 1990er Jahren eine zentrale Rolle innerhalb der Helsinki School. Sie war eine der ersten finnischen Künstlerinnen, die den fotografischen Prozess als konzeptuelles Werkzeug für die Realisierung ihrer großen abstrakten Werke einsetzte. Zu ihren bevorzugten Themenbereichen gehören die Verarbeitung von Erinnerungen und Emotionen und wie diese kollektiv erfahrbar gemacht werden können. Hänninen hinterfragt mit ihren Fotografien seit über zwei Jahrzehnten den Wahrnehmungsprozess indem sie visuelle Dichotomien schafft, die keinen absoluten Wahrheitsanspruch der Realität zulassen. Während ihrer gesamten künstlerischen Laufbahn hat sie immer wieder beforscht, inwiefern sich Emotionen und Ängste auf uns auswirken.

Die Fotografien aus der Serie Now is Now, die in einem Buch mit demselben Titel zusammengefasst sind, zeigen konzeptuelle Stillleben vor schwarzem Hintergrund. In Arbeiten wie The Balance of Knowledge and Self understanding III regen Wüstensand, Schnur und ein Spiegel die Betrachtenden zu moralischen Überlegungen an. In Melting Ice (Arctic Sea Ice) versuchen Schraubzwingen einen Eisklumpen aus dem Arktischen Ozean zusammenzuhalten, so als wollen sie den Schmelzprozess aufhalten. Wie die Untersuchungsergebnisse empirischer Forschung erinnert die reduzierte und prägnante Bildsprache Hänninens zuweilen an traditionelle Stillleben.

In ihrer neuesten Serie mit dem Titel Painted Desert oszillieren die Fotografien zwischen Realität und Illusion. Sie zeigen keine direkten Landschaftsdarstellungen, sondern Reflexionen über die Bildwirklichkeit: Hänninen hatte die Gelegenheit, den südkalifornischen Joshua-Tree-Nationalpark zu durchqueren und zu dokumentieren. Das Übermalen der ursprünglichen Motive mit einer reduzierten Palette von Farbtönen, ist das Resultat von Hänninens Reflexionen über die Beziehungen zwischen Mensch und Natur. Die Farbe, die über die Landschaft gelegt wurde, soll gleichzeitig die Zerbrechlichkeit dieser Biotope symbolisieren sowie auf die Irreversibilität der vom Menschen verursachten Schäden hinweisen.