Ausstellung

Jenny Schäfer – Liebe Grüße, Jenny

Jenny Schäfer – Liebe Grüße, Jenny

„Liebe Grüße, Jenny“
Jenny Schäfer
Galerie kleine gegenwart, Hamburg
18.09. – 30.10.2026

Die kleine gegenwart präsentiert vom 18. September bis 30. Oktober 2026 die Ausstellung „Liebe Grüße, Jenny“ der Künstlerin Jenny Schäfer. Die Ausstellung zeigt zum einen ihre Arbeit „Das Herz ist ein hohler Muskel“, in der die Künstlerin die Ursprünge, Bedeutungen und Darstellungsweisen der Herzform in den letzten drei Jahren fotografisch untersucht hat. Das Herz ist ein Symbol, das für Liebe, Emotion und Spiritualität steht, aber ebenso mit Konsum, Kapital und gesellschaftlichen Ritualen verbunden ist. Mit der Kamera suchend und assoziativ forschend hat Jenny Schäfer Fotografien erstellt und aus diesen eine ortsbezogene Ausstellung entwickelt. Ihre analogen Fotografien wirken teils wie Fundstücke, sie erstellt ein künstliches Archiv, das so wirkt, als wären die Bilder aus unterschiedlichen Jahrzehnten und kombiniert diese mit Found Footage, das als ebensolches erkennbar bleibt. Sie verfolgt die ästhetische Veränderung der Herzsymbolik an unterschiedlichen historischen und gegenwärtigen Orten: von sakralen Darstellungen, überlieferter Herzverehrung und Herzbestattung über romantische Inszenierungen bis hin zur Bildwelt der Popkultur. Im Frühjahr 2026 schloss sie ihre Recherchen in Frankreich, unter anderem im Palais Jacques-Cœur in Bourges, in Paray-le-Monial sowie in Paris vorerst ab. Seit 2023 hat Jenny Schäfer in Museen, Kirchen, Kaufhäusern, auf Hochzeitsmessen und an Orten zwischen persönlicher Erinnerung und öffentlicher Symbolik fotografiert. „Das Herz ist ein hohler Muskel“ verbindet künstlerische Forschung, Fotografie und Kulturgeschichte zu einer Untersuchung, die zwischen Christentum, Romantik und Turbokapitalismus oszilliert. Für ein theoretisches Geleit konnte sie die Kunsthistorikerin Dr. Maria Schaller-Kowalski gewinnen, deren Buch „Das Herz in den Bildmedien religiöser Frauengemeinschaften. Frühneuzeitliche Körperkonzepte im Spannungsverhältnis von Konfession, Stand und Geschlecht“ 2024 erschien.

Zum anderen zeigt Jenny Schäfer ihre kompakte Arbeit „cute landscapes“ (2026), die sie aus ihrer beständigen Beschäftigung mit Landschaft und Cuteness in der Popkultur entwickelt hat. Aus Kinderserien wie „Biene Maja“, „Teletubbies“ oder „My little Pony“ hat die Künstlerin Landschaften analog vom Bildschirm abfotografiert. Durch die Reduktion auf Schwarz-Weiß entsteht eine Distanz, die einen Fokus auf ein verklärtes Landschaftsbild ermöglicht. Bezugnehmend auf Lucius Burckhardts „Spaziergangswissenschaft“ fragt auch Jenny Schäfer mit ihrer Auswahl „Wo fängt Landschaft an?“

Mit freundlicher Unterstützung der Liebelt-Stiftung Hamburg und der Hamburger Behörde
für Kultur und Medien.