Vernissage

Preis des Kunstvereins Hannover

Preis des Kunstvereins Hannover

Seit 1983 fördert der Kunstverein zusammen mit Partner:innen jüngere Positionen durch drei Aufenthaltsstipendien. Die Ausstellung zu jenem Preis des Kunstvereins präsentiert – im zweijährlichem Rhythmus – neue Arbeiten der Residents. 2026 zeigen die Künstler:innen Aria Farajnezhad, Jonas Höschl und Jana Piotrowski als jüngste Preisträger:innen neue Arbeiten.

Drei Künstler:innen, drei Perspektiven auf zeitgenössische Formen des Widerstands: Die Ausstellung präsentiert die Arbeiten von Aria Farajnezhad, Jonas Höschl und Jana Piotrowski, den jüngsten Preisträger:innen des Preises des Kunstvereins Hannover – einem der traditionsreichsten Residenz- und Förderprogramme für junge Künstler:innen in Norddeutschland.

Ausgehend von Anna Lowenhaupt Tsings viel beachteter Schrift Der Pilz am Ende der Welt: Über die Möglichkeit von Leben in den Ruinen des Kapitalismus (2015) zeigt die Ausstellung künstlerische Positionen, die sich mit der Möglichkeit von Leben und Widerstand in den Ruinen bestehender Systeme befassen. Tsing entwirft anhand des Matsutake-Pilzes, der in gestörten, vom Menschen geprägten Umgebungen gedeiht, ein Modell von Resilienz, das nicht außerhalb kapitalistischer Strukturen und ihrer Geschichte entsteht, sondern aus deren Überresten heraus.
Diese fungale Metaphorik beschreibt eine Form politischer Opposition, die sich nicht explizit lesbar darstellt. Anstatt sich jenseits bestehender Systeme zu positionieren, operiert sie von innen heraus – durch Persistenz, Infiltration und Verflechtung – und passt sich den Strukturen an, die sie zugleich durchdringt. Anstatt Widerstand als Bruch oder Intervention von außen zu verstehen, erforschen die Künstler:innen der Ausstellung spezifische Formen von Beharrlichkeit und Aushandlung innerhalb der Strukturen, in denen sie agieren. In ihren unterschiedlichen künstlerischen Praktiken reflektieren die drei Positionen Macht, Sichtbarkeit und die Möglichkeiten politischen Handelns unter gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen.