Stuke, Sieber, Takano: Towards the City
Stuke, Sieber, Takano: Towards the City
„Los Angeles, it is said, is the most photographed city in the world – but it’s one of the least photogenic. It’s not Paris or New York.“ So beginnt die Stimme aus dem Off in Thom Andersens Film Los Angeles Plays Itself (2003). Die Stadt als Projektionsfläche: Hollywoods Bühne, die universelle Metropole, die im Kino aussehen kann wie Texas, die Schweiz, China oder das antike Rom. Andersen montiert Sequenzen aus ganz unterschiedlichen Filmen, während die Stimme fortfährt: „Of course I know movies are not about places – they’re about stories. If we notice the location, we’re not really watching the movie.
Wie lenkt der gebaute Raum den fotografischen Blick – und wie beeinflusst die Fotografie das Bild der Stadt?
Mit der Ausstellung Towards the City von Katja Stuke, Oliver Sieber und Ryudai Takano rückt das fotografische Bild urbaner Räume in den Mittelpunkt. Gezeigt werden Arbeiten aus Paris und Tokio.
Katja Stuke (*1968) und Oliver Sieber (*1966) realisieren seit vielen Jahren gemeinsame Projekte an der Schnittstelle von Fotografie und gesellschaftlichen Fragen. Le Monde de Demain (2023) entstand im Rahmen der nationalen Fotokommission Regards du Grand Paris (Ateliers Médicis/CNAP). Das Projekt führt in neun Stadtwanderungen über 84 Kilometer von den Banlieues ins Zentrum. In der Ausstellung erscheint es als multimediale Installation aus Fotografien, einer Video-Installation auf neun Monitoren sowie einer eigens hierfür komponierten Tonspur von DJ Sundae (Paris). Die Serie zeigt, wie Migration, Hip-Hop-Kultur und die Olympischen Sommerspiele das urbane Gefüge prägen. Ergänzt wird sie durch neun Künstlerbücher, in denen das Material der Walks zu Sequenzen geordnet ist. Stuke und Sieber leben und arbeiten in Düsseldorf; ihre Praxis umfasst künstlerische, fotografische, kuratorische und verlegerische Arbeit. Seit 2005 arbeiten sie regelmäßig international, u. a. mit Residenzen in Osaka, Tokio, an der Cité internationale des arts in Paris sowie in Chicago, Rotterdam, Chongqing, Sarajevo und Toronto.
Auf Einladung von Stuke und Sieber nimmt der in Tokio lebende Fotograf Ryudai Takano (*1963) an der Ausstellung teil. Seit fast drei Jahrzehnten arbeitet er an der Serie kasubaba – einer fortlaufenden Sammlung von Beobachtungen des Stadtraums –, aus der in der Ausstellung 48 Fotografien zu sehen sind. Seine Aufnahmen verdichten Hausfassaden, Verkehr, Stromleitungen, Zebrastreifen, Plakatwände, Leuchtreklamen und vorbeiziehende Passanten zu präzisen visuellen Strukturen. 2005 erhielt Takano für seine Arbeiten den Kimura Ihei Award, die wichtigste Auszeichnung für künstlerische Fotografie in Japan.
Programm:
Do, 9. Okt, 20 Uhr: Screening Los Angeles Plays Itself, Filmwerkstatt Düsseldorf
Sa, 11. Okt, 16 Uhr: Vernissage mit einem Gespräch mit Pascal Beausse CNAP Paris
Sa, 18. Okt, 11 Uhr: Gespräch: »City in Film« Christoph Hochhäusler (Regisseur, Berlin) und Matthieu Orléan (Kurator, Cinémathèque Française) über Stadt, Kino und Bildproduktion.
