Rineke Dijkstra gehört zu den bedeutenden fotografischen Positionen der Gegenwart, weil sie Menschen in Momenten zeigt, in denen etwas noch nicht festgelegt ist. Seit Jahrzehnten richtet die niederländische Fotografin ihre Kamera auf Zustände des Übergangs: auf Jugendliche, junge Soldaten, Frauen kurz nach der Geburt oder andere Personen, deren Körper und Haltung von einer Erfahrung geprägt sind, die gerade erst begonnen hat oder noch nachwirkt. Ihre Bilder sind frontal, klar und streng gebaut, zugleich aber offen für Unsicherheit, Verletzlichkeit und Selbstbeobachtung. Dijkstra interessiert sich nicht für die abgeschlossene Persönlichkeit, sondern für den Augenblick, in dem Identität erst entsteht, sich verschiebt oder neu formt. Gerade deshalb wirken ihre Fotografien so intensiv. Sie zeigen Menschen nicht als Rollen, sondern in Zuständen, in denen Präsenz, Körperbewusstsein und Sichtbarkeit neu verhandelt werden.
Shownotes:
Beach Portraits
https://www.guggenheim.org/wp-content/uploads/1993/01/99.5266_ph_web-1.jpg
The New Mothers
https://museum-ludwig.kulturelles-erbe-koeln.de/documents/obj/05117838/rba_c019077
https://www.tate.org.uk/art/artworks/dijkstra-julie-den-haag-netherlands-february-29-1994-p78097
Soldat
https://www.artforum.com/wp-content/uploads/2014/12/article01_large-4.jpg
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Redaktion und Produktion: Alexander Hagmann
